Musik ist immer ein Gebet

Leutekirche August 2018

Moses

August. Sommer. Ferien. Zeit und Muße, sich die ereignis reichen letzten Juli-Wochen durch den Kopf gehen zu lassen. Leutkirch im Juli, das ist ein einziges großes Fest. In der Stadt und in der Kirche.


Zum Fest gehört Musik. In St. Martin gingen die Festwochen am 8. Juli los: „Summertime“Gottes dienst, mit Kinderchor, mit Jugendchor, in bunten Farben, mit rhythmischen Liedern: „O happy day“!


Eine Woche später: Kinderfest. In der Martinskirche versammeln sich Franzosen und Italiener, Leutkircher und Auswärtige, Katholiken und Protestanten. Die Kantorei singt Sätze von Heinrich Schütz, von Johann Sebastian Bach. Zum Ausklang ein Orgelwerk Bachs. Das ist strenge, anspruchsvolle Musik, die den Chor fordert. Die Auswahl ist eine Reverenz an die evangelischen Gäste, ein Zeichen der ökumenischen Gemeinsamkeit. Musik eint, wo Worte manchmal trennend wirken.


22. Juli: Begegnungstag auf Schloss Zeil. Das Dekanat zeigt, dass es zusammengehört.
Augenfällig wird das im gewaltigen Chor neben dem Altar, der Sängerinnen und Sänger aus der Kernstadt, aus Seibranz, Diepoldshofen, Heggelbach etc. vereint. Mit Trompeten und Posaunen, Orgelklang und Tambling-Messe.
Künstlerisches Musizieren verlangt dabei mehr als nur aufführungstechnische Perfektion. Es fordert die Bereitschaft, menschliche Wärme in die Musik zu legen. Das gelingt nur zusammen mit dem Herzen. Dann ist Musik in der Lage, die Grundinhalte des Gebetes – Dank, Lob, Verehrung, Bitte und Klage – auszudrücken, ganz ohne Worte.


Der einfühlsame Zuhörer findet so in der Musik auch seine eigene Lebenssituation und Gefühlslage wieder. So entsteht über Epochen und Grenzen hinweg eine Verbindung von Komponist, Ausführenden und Zuhörer, und Musik wird  selbst zum Gottesdienst. Wer dabei war in diesem Juli, der konnte es in aller Vielfalt erleben.

Franz Günthner, Regionalkantor