Herr, öffne unsere Augen

Leutekirche September 2018

Es bewegt mich immer wieder, wenn bei der Eucharistiefeier im Hochgebet die Worte gesprochen werden: „Öffne unsere Augen für jede Not. Gib uns das rechte Wort, wenn Menschen Trost und Rat suchen. Hilf uns zur rechten Tat, wo Menschen uns brauchen.“

Was ist Not? Mutter Teresa hat einmal junge Menschen gefragt: „Kennt ihr die Armen in eurer Stadt?“ Eine Frage, die an uns alle gerichtet ist. Manchmal ist es so, dass das Leid und Elend in der globalen Welt thematisiert wird. Doch wie ist es mit Blick auf die Not und die Unterstützung im eigenen Lebensumfeld?
Traditionell begehen wir im Herbst den Caritas- Sonntag, und in diesen Tagen wird auch unser Aufruf mit der Bitte um Spenden für die Caritas wieder in der Stadt verteilt. Worum geht es dabei? Regelmäßig klingeln hilfe suchende Menschen an der Tür des Pfarr hauses, fragen im Pfarrbüro nach Hilfe an. Es sind ganz unterschiedliche Situationen, warum Menschen in Notlagen geraten, warum ihr Leben so geworden ist, dass sie alleine nicht mehr zurecht kommen oder auch in verschiedenste Abhängigkeiten geraten sind.

Ich finde es wichtig, mit diesen Menschen ins Gespräch zu kommen, sie mehr zu verstehen, ihre menschliche Würde in der Not, im Elend, in ihren Verstrickungen zu erkennen und wahrzunehmen. Dankbar sind wir da, dass uns vor Ort und regional die Vertreter der Caritas  professionelle Hilfe anbieten, und Beratungsgespäche und -dienste übernehmen, um uns dann wieder zurück zumelden, wie konkret geholfen werden kann.
Dass wir als Kirchengemeinde unseren Kirchenpatron St. Martin vor Augen haben, der entschieden und entschlossen gehandelt hat, das ist Stachel und Ansporn für uns zugleich. Dankbar bin ich auch für die vielen, die ihr Herz öffnen, uns Spenden geben, damit so Gutes getan und bedürftigen Menschen geholfen werden kann. Das ermutigt, weil Hilfe nicht einfach zu einem Schlusspunkt kommt.

Pfarrer Karl Erzberger