Pastoralteam

Pfarrer Karl Erzberger Pastoralreferent Benjamin Sigg

Marienplatz 5
88299 Leutkirch
07561/8489570

Schwerpunkte:

Liturgie/Verkündigung 

Kasualien (Taufe, Trauung, Beerdigung) 

Beichte, Krankensalbung 

Erstkommunion 

Besuchsdienst/Seelsorge 

Gemeindeleitung 

KGR und Ausschüsse 

 

Marienplatz 5
88299 Leutkirch
07561/8489576

 Schwerpunkte:

Liturgie/Verkündigung 

Beerdigungsdienst 

Jugendpastoral, Firmung 

Kindergartenbeauftragter

Schule und Religionsunterricht 

Besuchsdienst/Seelsorge 

KGR und Ausschüsse 

Herzlich willkommen

Seit Anfang Dezember bereichert Pfarrer Josef Müller die Gemeinde St. Martin in Leutkirch.

Pfarrer Müller wurde am 25. Januar 1952 in Wangen geboren und wuchs bei Ratzenried auf. Zuletzt war er in Menelzhofen in der Seel­sorgeeinheit Isny tätig. Da er wegen eines Augenleidens nicht mehr Auto fahren kann, konnte er den Dienst in den dortigen Land­gemeinden nicht weiter versehen.
Pfarrer Müller wird noch einige Wochen regulär als Pfarrer in Leutkirch Dienst tun und ab März als Pensionär aus­helfen „wo es gebraucht wird“, wie er sagt. Da geht es um Messfeiern oder um Besuche in den Senioren­einrichtungen. Pfarrer Müllers besondere Liebe gilt der Musik, besonders der Kirchenmusik. Er spielt selber Orgel und Klavier. Dass er jetzt „von der Peripherie ins Zentrum“ kommen konnte, freut ihn. An Leutkirch schätzt er, dass er hier alles zu Fuß erledigen kann und obendrein ein Bahnhof vorhanden ist. Wo man ihn antreffen kann? „Nach den Gottes­diensten“, meint er. „Oder gerne auch mal im Café. Das hatte ich bisher ja nicht.“ Oder beim Französisch-Stammtisch, den er bereits besucht hat. 

Abschied Diakon Wagner

Diakon Rainer Wagner wechselt nach 13 Jahren Dienst in Leutkirch nach Kirchheim unter Teck. Eine Bilanz

Als Diakon Rainer Wagner 2004 in Leutkirch seinen Dienst antrat, hieß der Papst noch Johannes Paul II., das iphone war noch nicht erfunden und Leutkirch hatte ein Flüchtlingsproblem, als Folge des Jugoslawienkriegs. Und wenn Menschen an der schweren Pfarrhaustür um eine milde Gabe baten, schickte man sie weiter: Sie sollten doch am Vincentius-Haus nochmal fragen. Dort war das Büro des Diakons, und der ist für die Armen zuständig, seit es das Amt des Diakons überhaupt gibt.

FÜR MENSCHEN IN NOT

Was hat sich in den 13 Jahren verändert, die der Diakon in der Leutkircher Martinsgemeinde gewirkt hat? Der Papst heißt jetzt Franziskus; die Menschen laufen stetig gesenkten Hauptes einher, um ihre Whatsapp-Nachrichten zu checken; in den Räumen des Vincentiushauses sind mittlerweile jugendliche Flüchtlinge untergebracht; und die Türen am Pfarrhaus neben der Martinskirche öffnen sich heute vollautomatisch. Dort hat jetzt auch der Diakon sein Büro und setzt sich mit jenen Menschen in Not zusammen, für die das Evangelium vorrangig geschrieben ist und die dennoch nicht unbedingt in der Kirche in der ersten Reihe sitzen. Was gibt er ihnen mit? Die christliche Botschaft?
„Es geht eher um die Stromrechnung“, stellt Wagner nüchtern fest. Denn die „Armen“, denen er in diesen 13 Jahren begegnet ist, sind heute weniger durchreisende Bittsteller als vielmehr junge Alleinerziehende, die in Leutkirch wohnen – noch. Denn wenn der Vermieter mit Kündigung und der Stromanbieter mit Abstellen droht, wird es eng. Die Zeiten, in denen es noch etwas nutzte, wenn „einer von der Kirche“ anrief, um Aufschub zu erreichen, sind vorbei. „Das war anfangs noch eher möglich“, erinnert er sich. Heute wird die Frist mitgeteilt, und dann ist Schluss. Was dann? „Mir wurde daher schnell klar, dass ich dafür sorgen muss, dass die Sozialkasse der Gemeinde einen gewissen Umfang hat“, erinnert er sich. Das hat er auch erreicht. Das Thema ist komplex. Schuldzuweisungen nutzen wenig. Was etwas nutzt: „Viele Probleme konnte ich lösen, indem ich im Gottesdienst nebenbei gesagt habe, dass es da ein Problem gibt … und dann gab es immer Menschen, die sehr schnell reagiert haben.

Das ist das Schöne hier in Leutkirch.“ Wagner nennt es „die Symbiose von Gottesdienst und sozialer Arbeit“. Denn für beides steht er als Person. „Der Dienst am Altar und der Dienst an Bedürftigen gehört für mich zusammen.“ Als gebürtigem Reutlinger war es ihm neu, dass er im katholischen Oberschwaben als Diakon vom ersten Gottesdienst weg von jedermann auf der Straße angesprochen wurde: „Ich kenne Sie von der Beerdigung ... Würden Sie auch unsere Trauung übernehmen?“ „Für mich war das eine gute Erfahrung!“, betont er. Die noch vorhandene Präsenz der Kirche im öffentlichen Leben empfand er stets als wohltuend. Sein Platz in Leutkirch war nicht nur am Altar und im Büro. Er war bei der Caritas; oder beim Tafelladen, „den wir mit zum Laufen gebracht haben“. Da sah er sich auch als „Räuber-leiterhalter“, der hilft, Hürden zu überwinden. Wenn es danach ohne Kirche läuft: Gut so! Sein Platz war auch im Rathaus, wo viele Gespräche zu sozialer Arbeit stattgefunden haben; in der Hospizgruppe, die sich um Sterbende kümmert. Hospizarbeit wird auch an seiner neuen Wirkungsstätte eine wichtige Aufgabe sein.

In seiner neuen Gemeinde in Kirchheim unter Teck muss er sich unter anderem um den ambulanten Kinderhospizdienst im Landkreis Esslingen kümmern, der dort angesiedelt ist.

FAMILIENMENSCH

Dass er mit heute 56 Jahren noch einmal wechselt, hat auch mit einer Grundeinstellung zu tun: Rainer Wagner ist ein Familienmensch. Beruflich, wo ihm das Familienzentrum am Vincenz-Kindergarten ein großes Anliegen war. Und privat, wo er schon bei seinen Kindern Erziehungsurlaub genommen hatte, als das sehr unüblich war. Jetzt zieht es ihn und seine Frau Regina zurück ins Unterland, wo heute eine Tochter zu Hause ist; wo auch die Mutter noch lebt. „Wenn wir noch einmal etwas anderes machen wollen, dann jetzt“, haben die Wagners beschlossen. „Dann hat die Tochter jetzt noch etwas von uns, und wir haben später vielleicht mal etwas von der Nähe zur Tochter.“ Am Sonntag, 4. Februar, ist feierliche Verabschiedung im Gottesdienst. Was er den Leutkirchern zum Abschied sagen will? „Nicht: Bleibt so, wie Ihr seid; aber: Vergesst nicht, wo Ihr herkommt!“ Das hat für ihn „ganz viel mit den beiden Namen unserer Kirchen-gemeinde“ zu tun: „St. Martin“ und „Leutekirche“. „In diesen beiden Namen ist alles drin, was mir wichtig ist: Da zu sein für die Leute!“ (jr)