Jahresausflug 2018

Ausflug nach Meßkirch und Sigmaringen

Die Kantorei St. Martin hat sich einen wunderschönen Sommertag Ende Juni für den Ausflug ausgesucht. Mit dem Bus ging es für einen Tag nach Meßkirch und Sigmaringen. Im oberschwäbischen Meßkirch wurde die Klosterbaustelle “Campus Galli” besucht, bei der Tag für Tag ein Stück Mittelalter entsteht: Handwerker und Ehrenamtliche schaffen mit den Mitteln des 9. Jahrhunderts ein Kloster auf Grundlage des St. Galler Klosterplans. Dieser Plan ist weltberühmt, gezeichnet wurde er vor 1200 Jahren nicht weit entfernt, auf der Insel Reichenau. Hier bei Meßkirch erwacht nun ein Stück Geschichte zum Leben: ohne Maschinen, ohne modernes Werkzeug.

Otto Schöllhorn, der für die Programmgestaltung zuständig war, hatte bereits im Bus über das Mammutprojekt und seine Schwierigkeiten berichtet. Vor Ort konnten sich die etwa 50 Sängerinnen und Sänger in zwei Gruppen bei jeweils zweistündigen Führungen ein Bild vom beschwerlichen Leben und Arbeiten im Mittelalter machen. Die Führer zeigten sämtliche Arbeitsplätze von der Näherei, Gerberei, Imkerei, Schmiede bis zur Gärtnerei und Schindelmacherei. 40 Jahre sind insgesamt veranschlagt, man ist bereits jetzt im Verzug. Schuld daran sind viele Umstände. Wenig Personal etwa, hohe Kosten und nicht mehr strapazierfähige Tiere. Die Ochsen, die eigentlich die Baumstämme zur Baustelle ziehen sollten, sind ausgefallen. Für sie war die Arbeit zu anstrengend. Alles muss von Hand gemacht werden, alles ist mühsamer, geht langsamer als heutzutage, ist vielleicht aber auch erfüllender und befriedigender.

Danach ging’s nach Sigmaringen, wo nachmittags eine Schlossführung auf dem Programm stand. Launige Schlossführer nahmen die Chorsänger mit in die Welt des Adels und brachten ihnen anschaulich die Geschichte der Hohenzoller näher. Bei der anschließenden Rückfahrt gab es noch einen Abstecher in die „schönste Dorfkirche Oberschwabens“ – wie es immer wieder heißt – in Steinhausen, wo noch ein Kanon gesungen wurde, bevor die Gruppe im Hofgut Elchenreute den Tag ausklingen ließ. Pünktlich, zufrieden, mit Wetterglück gesegnet und dankbar für die geniale Organisation von Otto Schöllhorn und den Chorvorständen Heidrun Volz und Wolfgang Menig, kam die Kantorei am Abend wieder in Leutkirch an. 

Jahresausflug 2016

Kantorei St. Martin gestaltet einen Gottesdienst in der preisgekrönten Lingenauer Kirche

Leutkirch (cik) – Die Kantorei St. Martin hat ihren Jahresausflug in den Bregenzer Wald gemacht. Das Besondere war, dass dort nicht nur zusammen gewandert und gespeist, sondern auch ein Gottesdienst gestaltet wurde. Und zwar an einem ganz besonderen Ort. Die Pfarrkirche in Lingenau wurde erst 2010 nach etwa einjährigem Umbau wieder neu eröffnet. Für ihren „gelungenen Umbau mit großer Symbolkraft“ erhielt das Wiener Architekturbüro Ernst Beneder und Anja Fischer 2012 den Pilgrampreis, einen der höchsten Architekturpreise in Österreich. In der Apsis der Lingenauer Pfarrkirche steht nun ein 280 Jahre alter Olivenbaum. Von den Wurzeln des Baumes führt ein kleiner Wasserlauf ins Kirchenschiff. Er symbolisiert den Jordan – schließlich ist die Pfarrkirche Lingenau dem Heiligen Johannes dem Täufer geweiht. Hier wird Modernes mit Altem harmonisch kombiniert. Dass die Leutkircher unter der Leitung von Regionalkantor Franz Günthner, der auch die Orgel spielte, hier modernes und altes Liedgut präsentieren durften, „war ein Glücksfall für unsere Gemeinde“ – wie der Lingenauer Pfarrer am Ende der Sonntagsmesse sagte. Bei herrlichem Sommerwetter konnte auch die anschließende Wanderung zum Lingenauer Quelltuff und die abschließende Einkehr auf dem Rückweg in Stiefenhofen genossen werden.