Rückblick auf das Jahr 2016

Samstag 7. Mai
Organs Meets Saxophone"

Eröffnung der Orgelmatinee-Reihe in der St. Martinskirche

Christian Segmehl, Saxophon,
Franz Günthner, Orgel


Programm:

Johann Sebastian Bach (1685 – 1750)            

Sonate g-Moll, BWV 1020
Allegro – Adagio – Allegro

Johann Sebastian Bach                                                          

Präludium und Fuge a-Moll, BWV 543                            

Sergei Rachmaninov (1873 - 1943)          

Vocalise

Jean Langlais (1907 – 1991)                 

"Hymne d'Action de Grâce" (Te Deum)

Flowing winds - Improvisation     
  

James Whitbourn (b. 1963)

A brief story of Peter Abelard


Wolfgang Roth in der Schwäbischen Zeitung vom 10. Mai 2016:
Das Konzert zeigte die spannende Kombination von Orgel und Saxophon. Das Präludium und Fuge in a- Moll von Johann Sebastian Bach ist ein überzeugendes Beispiel für ein Werk, dessen beide Teile aus einem Gedanken geboren wurden. Erst toccatenhaft wechselt die Musik zwischen Manual und Pedal. In der Fuge, dessen Thema aus sechs Takten besteht, herrscht große Durchsichtigkeit in den zwei- bis dreistimmigen Passagen. Gegen Ende löst sich dann die Fuge auf wie das Präludium. Dadurch schließen sich beide Teile zu einem stimmigen Ganzen. Auch die Übertragung des Organistenspiels auf eine Leinwand steigerte den Hörgenuss.

Samstag, 2.Juli 2016

"Farben des Südens" 3.Orgelmatinee in der St.Martinskirche

mit Donato Cuzzato, Treviso, Italien

Bernd Guido Weber in der Schwäbischen Zeitung vom 5.7.2016:

"Dolce Vita auf der Orgel

Der Sommer hat sich bisher rar gemacht, richtig warme Tage und Nächte lassen auf sich warten. Umso schöner das Orgelkonzert zur Marktzeit am Samstag in St. Martin. Donato Cuzzato aus Treviso, immer wieder zu Gast bei den wichtigsten Orgelfestivals der Welt, zündet ein italienisches Feuerwerk. Mit Verve und Feeling. Die Farben des Südens.

Die Fuge mit beinahe experimentellen Zügen, wie Regionalkantor Franz Günthner anmerkt. In der Tat: eine fast wilde Musik, die man dem doch so rationalen Bach kaum zuordnen würde. Und Cuzzato spielt in atemraubenden Tempo, hochvirtuos. Bach hat auch das Concerto in G-Dur von Antonio Vivaldi transkribiert, ganze Passagen gestrichen oder verändert, kontrapunktisch verdichtet. Die Orgel wie ein Orchester, Cuzzato in großer Form.

Fulminanter Höhepunkt die Gran Sinfonia von Felice Moretti, Padre Davide da Bergamo (1791 bis 1863). Ein ungemein fleißiger Komponist, mit über 1700 Werken. Da ersetzt, nochmals, die Orgel ein ganzes Orchester, ein temperamtvolles südliches. Schöne fröhliche Klangfarben, volkstümliche Melodien, ein heiteres Fest."

Samstag, 6.August 2016
"Der gespiegelte Mond"

4.Orgelmatinee in der St.Martinskirche

mit Richard Brasier, London

Bernd Guido Weber in der Schwäbischen Zeitung vom 8.8.2016:

"Und der Mond spiegelt sich im Bodensee

Bei der monatlichen Orgelmatinee in St. Martin kann man immer wieder Kompositionen hören, die eher selten gespielt werden. So auch am Samstag. Richard Brasier aus London intonierte The mirrored moon Op. 96 no. 6 von Sigfrid Karg-Elert. Bezaubernd!
Untertöne und Melodie in spannendem Einklang, sphärisch schwebend, samtweiche Reflexionen, subtil. Er selbst hat dies als sein allerbestes, schönstes und inhaltlich wertvollstes Stück bezeichnet. Ja.
Fast grell dagegen die Toccata aus der Suite Op. 5 von Maurice Duruflé, mit mächtigem Finale. Gewiss meisterhaft, virtuos aber ach, wie schön ist´s doch, wenn der Mond über dem Bodensee steht."

Samstag, 10. September 2016
"Pièces de Fantasie"

5. Orgelmatinee in der St.Martinskirche

mit Jürgen Sonnentheil, Cuxhaven

Wolfgang Roth in der Schwäbischen Zeitung vom 12.9.2016:

"Jogginglauf über das Pedal

Leutkirch sz Im Zeichen der klanglichen Möglichkeiten der Orgel ist das Abschlusskonzert der Matinee zur Marktzeit des Jahres am Samstagsmorgen gestanden. Im ersten Stück öffnete sich dem Zuhörer ein großer Kathedralraum, dessen Schönheit und Würde vom Organisten Jürgen Sonnentheil musikalisch dargestellt wurde.

Der in Süddeutschland geborene Organist Jürgen Sonnentheil ist für die umfangreiche Kirchenmusik an St. Petri in Cuxhaven verantwortlich. Er ist internationaler Preisträger von vielen Orgelwettbewerben und zeigt durch sein Spiel die unermesslichen Klangmöglichkeiten einer Orgel. Seine Virtuosität und ausgeprägte Sinnlichkeit in der Registrierung hat an diesem Samstagmorgen auch die Zuhörer in St. Martin begeistert.

Das berühmte Air von Johann Sebastian Bach in einer Bearbeitung von Siegfried Karg-Elert klang andächtig, die durchlaufende Bassfigur im Pedal tropfte quirlig erfrischend, ganz neu beseelt interpretierte Sonnentheil diesen abgespielten Ohrwurm, verzögerte hier und da, trillerte dezent und wenig barockig-süßlich. Nüchtern-nordisch, das drückt seine Interpretation wohl am trefflichsten aus.

Was das Besondere dieses Konzertes war, sahen die Besucher auf der großen Leinwand, auf der das Wirken des Organisten im Bereich der Pedaltechnik frappierte. Unglaublich, mit welcher Präzision, Leichtigkeit und Gleichmäßigkeit der Organist agierte. Beeindruckend, wie seine Füße über die Pedale in einer Art Jogginglauf unterwegs waren. Von oben nach unten und umgekehrt.

Total unaufgeregt ging Sonnentheil zu Werke. Man kann durchaus dem zustimmen, was Kirchenmusiker Franz Günthner humorig erläuterte: Das Beste kommt zum Schluss und bei dieser Art von solistischen Pedalstücken erspart sich der Organist das Joggen am Morgen."

Sonntag, 11. September 2016 Kinderorgeltag

Christine King in der Schwäbischen Zeitung vom 12.9.2016:

"Kinderorgeltag lockt viele Jungen und Mädchen auf die Empore

Dass man mit einer Orgel viel Spaß haben und auch Kuddelmuddel-Musik-Quatsch noch einigermaßen gut klingen kann, haben beim Kinderorgeltag am Sonntag viele große und kleine Kirchenbesucher in St. Martin erfahren.

Regionalkantor Franz Günthner (Foto) empfing eine große Schar Interessierter auf der Empore und ließ vor allem die vielen Kinder an sein Instrument. Er erzählte von Pfeifen, Pedalen und Registern und animierte die Kinder mit Ratespielchen immer wieder zum Mitmachen. 500 Pfeifen? Nein, fast 3500 sind es. 1000 Euro? Nein, fast 600 000 kostet so ein Instrument wie es hier steht. Und so war die Stunde mit Orgelführung für alle sehr kurzweilig auch für die vielen Erwachsenen, die bei so mancher Frage ebenfalls passen mussten. Günthner zeigte, was alles in der Leutkircher Orgel aus dem Jahr 1960 steckt, ließ Fenster vibrieren, den Boden wackeln und entlockte so mancher Pfeife seltsame Geräusche.
Viele Kinder durften eine Holzpfeife selbst zum Klingen bringen durch bloßes Hineinpusten. Natürlich gab es auch jede Menge Musik, Gesang und Informationen an diesem Sonntag, der in der ganzen Diözese veranstaltet wurde. Antonia Janz durfte sich im Anschluss noch über einen Preis freuen. Ihr Orgelbild hatte beim Malwettbewerb gewonnen. Beendet hat den Kinderorgeltag dann Orgelschüler Manuel Menig mit dem St. Martinslied, das um 16 Uhr zeitgleich in allen teilnehmenden Gemeinden gespielt und ins Internet übertragen wurde."

Sonntag, 4.Dezember 2016 Adventskonzert "Leutkircher Advent"

Christine King in der Schwäbischen Zeitung vom 6.12.2016:

"Lieder, Flötentöne und stimmungsvolles Licht

Leutkirch cik Mehr als 80 Sänger sind am zweiten Adventssonntag um 17 Uhr in stimmungsvolles Licht getaucht im Altarraum von St. Martin gestanden und haben ein abwechlungsreiches Konzert gegeben. Groß und Klein, Anfänger und alte Chorprofis sowie die Leutkircher Instrumentalsolisten Marianne und Christoph Kuon gestalteten unter der Leitung von Regionalkantor Franz Günthner das einstündige musikalische Erlebnis.
Gesang wechselte sich stimmungsvoll mit Klarinetten- und Querflötenklängen ab, die begleitet von Franz Günthner am Orgelpositiv wunderbar in den Kirchenraum passten. Bekannte Adventslieder wie Vom Himmel hoch waren ebenso zu hören wie unbekannte, englische Weisen. Die Kantorei sang vierstimmig und eröffnete passenderweise mit dem bayerischen Lied Jetzt fangen wir zum Singen an. Die klaren, jungen Stimmen der sieben Mitglieder des Ensembles Daccord entführten nach England und gaben einen schönen, zarten Kontrast zu den kräftigen Kinderstimmen der Martinsmäuse und Martinsspatzen.
Der Jugendchor brachte mit der Rhythmusgruppe und dem Weihnachtsklassiker Feliz Navidad südländisches Flair in die Kirche. Dass nebenbei noch das zweite Adventstürchen geöffnet und mit einer adventlichen Geschichte umrahmt wird, gehört schon zur Tradition. Viel Applaus gab es am Ende für die besinnliche, adventliche Stunde, die es auch im nächsten Jahr wieder geben wird."

 Babette Caesar in der Schwäbischen Zeitung vom 2.1.2017

"Barock und Romantik zum Jahresausklang

Den Ausklang des Jahres 2016 haben Regionalkantor Franz Günthner und Trompeter Matthias Haslach mit ihrem Silvesterkonzert am Samstagabend in St.Martin gefeiert. Den Besuchern im sehr gut besetzten Kirchenschiff bot sich von der Empore aus ein musikalisches Fest barocker und romantischer Werke von Franz Liszt, Tomaso Albinoni und César Frank ebenso wie von Jean-Baptiste Loillet und Jeremiah Clarke.
Orgel und Trompete wirken rein optisch recht verschieden, doch ihr Zusammenklang machte sie zu eindrücklichen Partnern, die in Loillets Sonate gerade die beiden langsamen Sätze in ihren ausgefeilten Verzierungen beschworen.Was im Allegro hell leuchtende Zuversicht und Aufbruch in ein neues Jahr versprach, stand mit seiner Leichtigkeit in starkem Kontrapunkt zu Franz Liszts "Präludium und Fuge über B-A-C-H".
Bach im romantischen Gewand bekamen die Zuhörer am Abend mit einem gewaltigen, fast brachialen Auftakt in einem polyphonen Orgelsolo zu hören. Fragil und wuchtig zugleich steigert sich das Werk zu expressiver Ausdruckskraft, wechseln sich leise und sanft schwingende Obertöne mit dumpf-dunklen Moll-Tonlagen ab.
Bei Albinonis elegischer Melodie, die trotz aller Schwermit großen Frieden ausstrahlt, fanden die Instrumente beider Solisten in den Sequenzen hervorragend zusammen. Ein Gefühl des Schwebens stellte sich ein."